memorabilia
James Brown - Godfather of Soul

All about the Godfather: Hauptseite | Story | Filmliste | Records

Story

James Brown (eigentlich James Joe Brown, Jr., geboren am 3. Mai 1933 in der Nähe von Barnwell, South Carolina; gestorben am 25. Dezember 2006 in Atlanta, Georgia) war ein afro-amerikanischer Musiker. Er spielte Orgel, Klavier, Gitarre und Schlagzeug, trat aber fast ausschliesslich als Sänger und Tänzer auf. Ausserdem war er Bandleader und Produzent. Durch seine herausragende Stellung im Rhythm and Blues und Soul der 50er und 60er Jahre, aber vor allem durch seinen massgeblichen Einfluss bei der Entstehung eines neuen Stils des Soul, des Funk, war James Brown einer der bedeutendsten Pop-Musiker des 20. Jahrhunderts und erhielt den Spitznamen "Godfather of Soul".

Karriere

James Brown James Brown wuchs in für afro-amerikanische Familien der damaligen Zeit typischen ärmlichen Verhältnissen in Augusta (Georgia) auf. Als er 4 Jahre alt war, verliess seine Mutter die Familie. Er kam zu seiner Tante nach Augusta und verbrachte seine weitere Jugend bei ihr. Nachdem er wegen bewaffneten Raubüberfalls vier Jahre im Gefängnis verbracht hatte und auf Bewährung entlassen wurde, schloss er sich den von Bobby Byrd geleiteten Gospel Starlighters an. In dieser Zeit änderte sich der Stil der Gruppe unter dem Einfluss von Louis Jordan, Ray Charles und Little Richard von Gospel zu R&B, was sich auch in einer Namensänderung in The Famous Flames äusserte. Aufgrund seiner markanten Stimme und durch seinen leidenschaftlichen Gesang wurde James Brown bald zum herausragenden Künstler dieser Gruppe. Im November des Jahres 1955 hörte der Produzent Ralph Bass den Song "Please, Please Please" der Famous Flames und nahm die Band sofort unter Vertrag, worauf sich die Famous Flames in James Brown and the Famous Flames umbenannten. Ab diesem Zeitpunkt begann für James Brown eine beispiellos erfolgreiche Karriere.

James Brown James Browns erste Platte "Please Please Please" erschien 1956 bei KING Records und wurde ein Hit. In der Folgezeit hatte er zahlreiche weitere Hits wie "I Got You", "Cold Sweat" oder "It's A Man's World". Der endgültige Durchbruch gelang ihm mit der Veröffentlichung der LP "Live At The Apollo" im Jahr 1963, und das, obwohl dies gegen den Willen seiner Plattenfirma geschah, die nicht an den Erfolg einer Live-Platte glaubte. James Brown finanzierte die LP daher aus eigener Tasche. Es wurde zwar keine Single ausgekoppelt, was für den damals von Singles dominierten Plattenmarkt sehr ungewöhnlich war. Dennoch wurde "Live At The Apollo" ein enormer kommerzieller Erfolg. Im Jahr 1968 veröffenlichte Brown eine zweite im New Yorker Apollo aufgenommene Doppel-LP, die ebenso wie die erste heute als Klassiker gilt. Später veröffentlichte er noch weitere dort aufgenommene LPs.

Seit den 60er Jahren traten die rhythmischen Elemente von Browns Musik mehr und mehr in den Vordergrund. Er skelettierte seine Stücke bis auf das rhythmische Gerüst, die Melodien wurden auf riffartige Kürzel reduziert. Dominierend wurde hingegen ein meist von Schlagzeug, E-Gitarre und Bass gespielter, scharf akzentuierter und treibender Groove, der oft minutenlang beibehalten und variiert wurde. Bei vielen Stücken wurde ein einziges Riff über die gesamte Länge ständig wiederholt. Ein Break oder die Bridge - von James Brown häufig mit dem Zuruf "Take me to the bridge!" von seiner Band gefordert - bildeten meist den Höhepunkt der Stücke. Der Gesang James Browns entwickelte sich zu einem rhythmischen Sprechgesang, womit er Elemente des Rap vorwegnahm. Teilweise reduzierte Brown die Rolle seiner Stimme sogar auf kurze vokale Einwürfe wie "Hit Me!" oder nur noch auf hervorgestossenes Ächzen und Kreischen. Den Höhepunkt dieser Entwicklung erreichte James Brown Anfang der 70er Jahre.

Als für die damalige Zeit provozierend selbstbewusst auftretender Afro-Amerikaner wurde er ab Ende der 60er Jahre zu einer Identifikationsfigur der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA. Sein Lied "Say It Loud - I'm Black And I'm Proud" lieferte ein Schlagwort für diese Bewegung. Dies liess ihn zwar zu einem Idol der farbigen Bevölkerung der USA werden, kostete ihn aber auch Sympathien bei den Weissen. Auch sein offensives Zurschaustellen der eigenen Sexualität - Lied: "Sex Machine" - sorgte für Aufsehen. James Brown galt lange Zeit als einer der meistbeschäftigten Künstler im Show-Business mit bis zu 300 Auftritten und oft mehreren LP-Veröffentlichungen im Jahr. "Soul Brother Number One", "The Hardest Working Man In Show Business", "The Godfather Of Soul" und zuletzt "The Minister Of New Heavy Super Funk" sind die "Ehrentitel", mit denen er im Lauf seiner fast 50-jährigen Karriere gerühmt wurde - und die er sich meist selbst verliehen hat.

Discokugel Ende der 70er Jahre liess sein Erfolg mit dem Aufkommen der Disco-Musik nach, so dass er sogar seinen Plattenvertrag verlor. Ab Mitte der 80er Jahre wurde seine Musik jedoch vor allem von Hip-Hop-Musikern wiederentdeckt und häufig gesampelt. Ein von seinem damaligen Schlagzeuger Clyde Stubblefield gespielter Drumbreak aus Browns Stück "Funky Drummer" aus dem Jahr 1969 gilt als eine der am häufigsten gesampelten Aufnahmen überhaupt. In der Folge des Revivals seiner Musik erlebte James Brown 1986 mit der Single "Living In America" ein kommerzielles Comeback, das jedoch nicht von Dauer war. Seine seitdem erschienenen Platten sind verglichen mit seinen klassischen Aufnahmen qualitativ unbeständig, werden bei Kritik und Publikum teils entsprechend skeptisch aufgenommen und können nicht an seine früheren kommerziellen Erfolge anknüpfen. Dies hielt James Brown jedoch nicht davon ab, weiterhin auf der ganzen Welt aufzutreten. Er blieb mit seiner Show nach wie vor ein Publikumsmagnet.

James Browns Musik übte bedeutenden Einfluss auf Popmusiker wie Booker T. & the M.G.'s, The Meters, Sly Stone, George Clinton, Prince und viele andere aus. Auch viele Jazzmusiker, wie Grant Green und Idris Muhammad, nahmen Instrumentalversionen seiner Stücke auf. Miles Davis bekannte, dass während seiner "elektrischen Phase" Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre James Brown ein prägender Einfluss für ihn gewesen ist. James Browns Bedeutung für die Entwicklung der afro-amerikanischen Musik im Allgemeinen und insbesondere des Hip Hop ist kaum zu überschätzen.

Neben seiner Karriere im Musikbetrieb wirkte Brown auch in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen mit, sei es als Beiträger zur Filmmusik, sei es als Interpret seiner eigenen Stücke. Die wahrscheinlich bekanntesten Beiträge dieser Art waren sein Auftritt als Showband in Rocky IV mit dem Stück Living in America sowie sein Auftritt als Reverend in dem Film Blues Brothers.

James Brown wurde 1986 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

2006 ehrte die Stadt Augusta, in der er aufgewachsen ist, James Brown, indem sie das "Augusta Civic Center" in "James Brown Arena" umbenannte.

Die Band

Die erste wichtige Formation hinter James Brown waren die "Famous Flames", die spätere und einflussreichste Band im Hinblick auf die Prägung des Funk waren die "J.B.'s" in den 70er Jahren. Über lange Jahre spielten die am Jazz geschulten Saxophonisten Maceo Parker und Pee Wee Ellis sowie der Posaunist Fred Wesley in seiner Band. Einige Zeit Anfang der 70er Jahre war auch Bootsy Collins Bassist bei ihm. Mit Clyde Stubblefield und Jabo Starks spielten auch hervorragende Schlagzeuger in Browns Band. Die "J.B.s" gingen aus den Pacemakers, eine Band aus Cincinnati, hervor und wurden von James Brown angeheuert, nachdem ihn seine bisherige Band fast komplett verlassen hatte. Die "J.B.'s" veröffentlichten mit wechselnder Besetzung und teilweise unter anderen Namen (z.B. Maceo And The Macks, Fred & The New J.B.'s) auch eigene Aufnahmen, die ebenfalls von James Brown produziert wurden. James Brown ist aber auch bekannt für seinen patriarchalischen und autoritären Führungsstil, der immer wieder zu Konflikten mit seinen Musikern führte. So reagierte er auf die Forderung seines Bandleaders Fred Wesley nach einer pünktlichen Bezahlung der Band einmal mit dessen fristloser Entlassung - nur um ihn wenig später wieder einzustellen. Sowohl Fred Wesley als auch Maceo Parker, Pee Wee Ellis und Bootsy Collins verliessen ihn Mitte der 70er Jahre, um mit Mick Jagger in dessen Band Rolling Stones zu spielen oder Solokarrieren zu bestreiten.

Seine letzte Backing-Band waren die Soul Generals, die in Phantasie-Uniformen das Fundament seiner Bühnenshow bildeten. Mit zwei Drummern, Percussion, zwei Bassisten, drei Gitarristen, drei Bläsern und zwei Keyboardern sorgten sie mit den Sängerinnen Bittersweet für den nötigen Druck der detailliert durcharrangierten Konzerte. Langjährige Wegbegleiter wie Fred Thomas (Bass) und Tony Cook (Drums) trafen hier auf junge Talente.

Show

James Brown James Brown war bekannt für seine mitreissenden Auftritte, von denen er auf dem Höhepunkt seiner Popularität mehrere Hundert im Jahr absolvierte. Er trat mit einer vielköpfigen Band auf, die meist durch Tänzer und Tänzerinnen ergänzt wurde. Der unumstrittene Star der Show war jedoch James Brown selbst, der mit seiner lebhaften, fieberhaften Art zu tanzen und seiner Fähigkeit, mit dem Publikum in direkten Kontakt zu treten, eine äusserst charismatische Ausstrahlung hatte. In seiner Art nicht nur mit seiner Band, sondern auch mit dem Publikum in der Form des Call and Response zu kommunizieren und die Stimmung seiner Zuhörer anzuheizen, waren bis zuletzt seine Wurzeln in der Gospelmusik zu erkennen.

Seine Shows waren von einem detailliert durcharrangierten Showkonzept geprägt, das über 50 Jahre immer wieder geändert wurde. Eine übliche James Brown Show begann damit, dass seine Band einige Instrumentalversionen seiner Kompositionen (Gimme' some more, Soul Power ’74) spielt und anschliessend James Browns langjähriger Wegbegleiter, MC und Modedesigner Danny Ray James Brown mit den wichtigsten seiner Titel ansagte. James Brown hatte in seinen Shows in der Regel keine feste Setlist, sondern gab seiner Band mit Handzeichen oder kurzen Stichworten zu verstehen, welches Stück als nächstes zu spielen war. Wenn er während eines Stücks hörte, dass ein Musiker eine falsche Note spielte, benutzte er in der Regel diese Methode, um zum nächsten Stück zu wechseln.

Ein fester Bestandteil seiner Shows war das erste Brown-Stück Please, Please, Please. Während des Refrains war Brown - scheinbar - erschöpft, sein MC hängte ihm einen oder gleich mehrere Umhänge über, Brown ging von der Bühne und kam mit neuer Energie zurück, warf den Umhang ab, um dann eine von seinen Funk-Kompositionen wie etwa Papa’s got a brand new bag folgen zu lassen. Ein Veranstalter, der Brown buchte, musste sich gleichzeitig dazu bereit erklären, die gesamte Show aufzuzeichnen. Nach Aussagen seiner Musiker hörte sich Brown danach die gesamte Show an, um die Fehler seiner Musiker festzustellen. Zuletzt schloss Brown seine Shows mit einer 20- Minuten-Version von Sex Machine ab, die er live mit seinem Orgelspiel gekonnt zu ergänzen wusste.

Letzte Arbeiten

Neben fast täglichen Auftritten mit seiner letzten Band, den Soul Generals, arbeitete Brown zuletzt an seinem neuen Album "World Against The Grain". Es wurden sowohl Coverversionen von eigenen Stücken als auch neue Stücke eingespielt. Als Auskopplung wurde "Gut Bucket" im Jahr 2006 in einer Ausgabe des MOJO Magazins auf der dieser Zeitschrift beiliegenden CD "James Browns Funky Summer" veröffentlicht. Brown sagte im Jahr 2006, die neue CD werde bald erscheinen.

Privatleben

James Browns Privatleben war durch viele Höhen und Tiefen gekennzeichnet. Aus ärmlichen Verhältnissen stammend und mit kleinkrimineller Vergangenheit arbeitete er sich im Show- Business zum Millionär hoch und stellte damit eine Verkörperung des Amerikanischen Traumes dar. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere besass er einen Nachtclub, eine Restaurantkette, einen Privatjet und mehrere Radiostationen. Trotz seines enormen kommerziellen Erfolges als Musiker plagte er sich aufgrund seines aufwändigen Lebensstiles und Steuernachzahlungen in Millionenhöhe zeitweise mit finanziellen Problemen, die ihn dazu zwangen, Teile seines Besitzes zu verkaufen.

James Brown James Brown war viermal verheiratet. Sein ältester Sohn Teddy kam im Jahr 1973 bei einem Autounfall ums Leben.

Nicht nur am Anfang seiner Karriere geriet James Brown mit dem Gesetz in Konflikt. Unter anderem brachte ihn in den 90er Jahren seine damalige Ehefrau vor Gericht, da er sie mit einer Waffe bedroht hatte und sich anschliessend eine Verfolgungsjagd mit der Polizei lieferte. Brown wurde mehrfach wegen illegalen Waffenbesitzes und Drogendelikten verurteilt, verbüsste mehrere Haftstrafen, engagierte sich aber auch in gemeinnützigen Organisationen.

Tod

Nachdem bei einem Zahnarzttermin sein schlechter Gesundheitszustand aufgefallen war, wurde James Brown am 24. Dezember 2006 ins Emory-Crawford-Long-Krankenhaus in Atlanta, Georgia, eingeliefert. Dort starb er in der Nacht zum 25. Dezember 2006 um 1:45 Uhr (Ortszeit) an Herzversagen, offenbar als Folge einer verschleppten Lungenentzündung.

Quelle: Wikipedia

00
Artikel
EUR 0.00
Noch EUR 50.00
bis zum kostenfreien Versand